Geistliche Impulse im Advent

2. Advent

Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tibérius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrárch von Galiläa, sein Bruder Philippus Tetrárch von Ituräa und der Trachonítis, Lysánias Tetrárch von Abiléne; Hohepriester waren Hannas und Kájaphas. Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. (Lk 3, 1 – 2)

Zeitlich sehr genau, liebe Leserinnen und Leser, datiert der Evangelist Lukas im heutigen Evangelium das Auftreten Johannes des Täufers. Vielleicht ist uns die Datierung zu Anfang der Weihnachtsgeschichte in seinem Evangelium bekannter.

Lukas stellt die Personen Johannes und später auch Jesus klar in den geschichtlichen Kontext. Sie sind Zeitzeugen und Menschen mit einer klaren Botschaft an die Gesellschaft der damaligen Welt. Ihre Worte sind das Wort Gottes, das an sie ergeht. Gott selbst ist es, der durch sie spricht.

Das Kalenderblatt zum heutigen Tag fordert mich mit einem Text von Max Feigenwinter (aus: Ein Jahr für die Seele 2021/22, 5. Dezember, St. Benno Verlag, Leipzig) heraus:

Schweige und höre

Vielleicht geht dir

In der Mitte der Nacht ein Licht auf

Vielleicht ahnst du plötzlich

Dass Friede auf Erden denkbar ist

Vielleicht erfährst du schmerzhaft

Dass du Altes zurücklassen musst

Vielleicht spürst du

Dass sich etwas verändern wird

Vielleicht wirst du aufgefordert

Aufzustehen und aufzubrechen

Schweige und höre

Sammle Kräfte und brich auf

Damit du den Ort findest

Wo neues Leben möglich ist.“

Johannes hat sich auf den Weg gemacht und damit „die Welt bewegt“; wage ich es auch?

Einen frohen 2. Advent und eine besinnliche Woche wünscht Ihnen und Euch Lydia Bröß

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Hallo Kinder!

Mir scheint, im Ausmalbild hat sich der Heilige Nikolaus eingeschlichen, um den Worten Johannes zuzuhören. Auch er folgte der Predigt des Täufers und setzte sich für die Menschen ein. Scheinbar kümmerte er sich ganz besonders um die Kinder. Morgen feiern wir den Tag des Heiligen Nikolaus und vielen Kindern wird an diesem Tag (6.12.) etwas geschenkt oder der Nikolaus bringt sogar persönlich etwas vorbei. Ich wünsche Euch allen, dass Ihr morgen einen guten Tag habt und ganz viel von Gottes Liebe spüren dürft.

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1. Advent

Wir sagen Euch an den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt“

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

mit welcher Grundstimmung steigen Sie heute in das neue Kirchenjahr ein? Hoffnungsvoll, mutlos, verzagt, optimistisch? Das letzte Jahr hat – so vermute ich einmal – jedem und jeder von uns Vieles abverlangt und nach einer „kleinen Erholungsphase“ im Sommer spüren etliche von uns die Unsicherheiten sind noch nicht vorbei: Spannungen in unserer Gesellschaft, gewalttätige Auseinandersetzungen in der Welt aber auch im eigenen Umfeld nehmen mehr und mehr zu. Selbst im heutigen Evangelium nach Lukas spricht Jesus vom Untergang alter Strukturen und Sicherheiten. Die Gemeinde für die Lukas die Frohe Botschaft zusammengetragen hat, hat solche Erschütterungen in ihrem Glauben und Umfeld erlebt. Sie hören, wie wir heute den Aufruf: Richtet euch auf und erhebt eure Häupter. Ist diese Haltung nicht eine reine Überforderung? Ich denke an die Berichte von übermüdeten Hilfs- und Einsatzkräften in der Pflege und an anderen Orten; an Personen in Schulen, Tageseinrichtungen und in Familien, die erschöpft sind und Menschen, die schlichtweg verzweifelt. Einige Wissenschaftler*innen prognostizieren ein „dunkles, trauriges Weihnachten“

Freut Euch ihr Christen, freuet Euch sehr, schon ist nahe der Herr!“

Unsere Adventslieder singen und klingen von der Zuversicht. Wir zelebrieren zu Weihnachten nicht nur unser Brauchtum: gutes Essen im Kreise der Familie, Geschenke, Zusammenkunft mit vielen Freunden und was auch immer für Sie dazugehört; als Christen feiern wir, dass Gott selbst in Jesus Mensch wird. Er lebt unser Leben mit Ängsten und Sorgen, erlebt Machtlosigkeit, trauert um verstorbene Freunde, ist ein Flüchtlingskind und stellt sich gegen lebensfeindliche Strukturen.

Seine Herrschaft dürfen wir erwarten. Davon künden unsere alten und neuen Adventslieder: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, „O komm, o komm Emanuel“, „Tauet Himmel den Gerechten“, „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“… und all die vielen anderen. Schauen Sie doch einmal genau auf den Text, wenn Sie heute oder in den nächsten Tagen ein ermutigendes Lied zum Advent singen. , Die Propheten fanden immer wieder Trostworte für das Volk Israel und ermutigten die Hoffnung auf Gott nicht aufzugeben. Am heutigen Sonntag spricht Jeremía vom Spross, der aus einer alten Wurzel wächst. Mit der entzündeten ersten Kerze am Adventskranz ist heute ein erstes Licht gegen die Dunkelheit in uns und um uns herum entzündet.

Mit einer Strophe eines Liedes aus dem Firmgottesdienst wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Freunden und allen, die in diesen Tagen einen Zuspruch erhoffen eine frohe und gesegnete 1. Adventswoche: „Herr, du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt, auf steinigem Grund wachse in mir, sei keimender Same, sei sicherer Ort, treib Knospen und blühe in mir. Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an, in einem neuen Tag, blühe in mir. Halt mich geborgen fest in deiner starken Hand und segne mich, segne mich und deine Erde.“

Ihre/Eure Gemeindereferentin Lydia Bröß

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Liebe Kinder!

Endlich Advent! Wir bereiten uns auf Weihnachtsfest vor und hoffen, es froh mit lieben Menschen feiern zu können. Ich bin mir sicher, dass Ihr viele gute Ideen habt, wie Ihr diese Zeit für Euch und für andere schön gestalten könnt.

Viele Adventskalender beginnen mit dem ersten Dezember, daher freut Ihr euch vielleicht auch wie ich darauf, heute eine erste Kerze am Adventskranz entzünden zu können, bevor sich dann die Freude über das wachsende Licht mit dem Öffnen von Türen oder dem Auspacken von kleinen Päckchen verbindet.

Euch, Euren Familien und Freunden eine frohe und schöne Adventszeit!

Dieses Ausmalbild hat die Corona-Schutzmaßnahmen leider nicht umgesetzt, aber wir hoffen, dass Ihr alle gut und gesund durch die Adventszeit kommt und wir uns ganz bald wiedersehen!

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