Johannes-Kessels bis 2031 gesichert

Johannes-Kessels-Akademie in Gladbeck erhält Finanzierung bis 2031

Bis zum Sommer 2031 soll die Finanzierung des katholischen Berufskollegs für Sozial- und Gesundheitsberufe in Gladbeck gesichert werden. Danach wollen der Kreis Recklinghausen, die Stadt Gladbeck und das Bistum Essen die gemeinsame Förderung beenden, weil der Bedarf an pädagogischen Fachkräften voraussichtlich sinkt. Aktuelle und in den kommenden zwei Jahren neu aufgenommene Schülerinnen und Schüler können ihre Ausbildung regulär abschließen.

Für die Johannes-Kessels-Akademie in Gladbeck zeichnet sich eine klare Perspektive bis zum Sommer 2031 ab: Der Kreis Recklinghausen, die Stadt Gladbeck und das Bistum Essen sprechen sich gemeinsam dafür aus, die bisherige Förderung für das Gladbecker Berufskolleg für Sozial- und Gesundheitswesen bis dahin zu verlängern. Danach soll die Finanzierung enden, weil angesichts der Bevölkerungsentwicklung die Ausbildungsplätze des Gladbecker Berufskollegs im Kreis Recklinghausen voraussichtlich nicht mehr benötigt werden.

Konkret schlägt der Kreis Recklinghausen dem Kreistag eine zusätzliche Förderung der Johannes-Kessels-Akademie von insgesamt 500.000 Euro für den Zeitraum 2028 bis 2031 vor. Dieser Vorschlag liegt den Mitgliedern des Kreistags für die Sitzung am 28. September zur Abstimmung vor. Parallel dazu hat das Bistum Essen zugesagt, das Gladbecker Berufskolleg bis zum Schuljahr 2030/2031 mit jährlich 200.000 Euro zu unterstützen. Die Stadt Gladbeck finanziert die Schule ab 2029 jährlich mit 50.000 Euro. Die Essener Einrichtung des Johannes-Kessels-Akademie e.V. bleibt von dieser Entscheidung unberührt.

Das Berufskolleg an der Allensteiner Straße in Gladbeck bildet Erzieherinnen und Erzieher aus, Kinderpflegerinnen und -pfleger sowie Sozialassistentinnen und -assistenten. Durch die nun in Aussicht gestellte fünfjährige Perspektive können sowohl die aktuellen Schülerinnen und Schüler ihre Bildungsgänge wie geplant abschließen, als auch im nächsten und im übernächsten Sommer weitere Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Auch diese werden ihre Ausbildung regulär beenden können, bevor die Finanzierung der Schule im Sommer 2031 voraussichtlich endet.

Für den Trägerverein der Schule, den Johannes-Kessels-Akademie e.V., hat dessen Vorsitzender Björn Enno Hermans die Pläne von Kreis, Stadt und Bistum „mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen“. Hermans, Caritasdirektor in Essen, verweist auf die lange Tradition der Schule, die gerade ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert hat. Immerhin gebe aber die in Aussicht stehende fünfjährige Perspektive sowohl aktuellen und künftigen Schülerinnen und Schülern als auch dem Kollegium Planungssicherheit. „Wir werden nun im Trägerverein beraten, wie wir die kommenden Jahre an der Johannes-Kessels-Akademie in Gladbeck gestalten“, erklärt Hermans.

Über die Finanzierung des Gladbecker Berufskollegs diskutieren Trägerverein, Bistum, Kreis Recklinghausen und Stadt Gladbeck bereits seit mehreren Jahren. Angesichts der sinkenden Zahl der Kirchenmitglieder und der damit geringer werdenden finanziellen Möglichkeiten hatte das Bistum Essen bereits 2022 angekündigt, den Eigenanteil für ‎den Betrieb der Akademie ab 2023 nicht mehr in voller Höhe tragen zu können und die ‎Förderung bis Ende 2026 schrittweise deutlich zu reduzieren. Seit 2023 beteiligt sich der Kreis Recklinghausen an der Finanzierung.‎

Nun möchten Kreis, Bistum und Stadt die gemeinsame Finanzierung der Johannes-Kessels-Akademie ab dem Sommer 2031 beenden, weil mit den spürbar sinkenden Kinderzahlen absehbar auch der Bedarf an pädagogischen Fachkräften deutlich zurückgehen wird. Die nun getroffene Vereinbarung ist das Ergebnis eines seit 2022 laufenden Abstimmungsprozesses zwischen Trägerverein, Bistum, Stadt und Kreis, bei dem die Entwicklung der Schülerzahlen, der ‎Fachkräftebedarf und die vorhandenen Ausbildungskapazitäten in der Region betrachtet wurden. Wenn 2031 die Finanzierung ende, sei „eine Unterversorgung mit Ausbildungsplätzen im Sozial- und Gesundheitswesen nach ‎derzeitigem Stand nicht zu erwarten“, sagt Kreisdirektor Dominik Schad. „Die öffentlichen Berufskollegs in der Region können ‎entsprechende Angebote sicherstellen und bei Bedarf ausbauen.“

Für das Bistum Essen ist der ab 2031 wegfallende jährliche Zuschuss von 200.000 Euro eine weitere Entlastung im Rahmen der aktuellen Sicherung seiner finanziellen Basis. „Wir haben lange um diese Entscheidung gerungen und es uns mit dieser gemeinsamen Vereinbarung nicht leicht gemacht“, sagt die Leiterin des Ressorts Kulturentwicklung im Bistum Essen, Judith Wolf. Doch nun trage die künftige Einsparung auch dazu bei, „dass wir uns als Kirche an anderen Stellen weiter gemeinwohlorientiert für unsere Gesellschaft engagieren können“.

Pressemitteilung Bistum Essen

Fotonachweis: Thomas Rünker | Bistum Essen