Weg(e)-, Flur- oder Feldkreuze und Bildstöcke sind christliche Symbole, auf die wir vielerorts im Alltag treffen. Sie stehen an Kreuzungen belebter Straßen, Weggabelungen oder Grünanlagen. Wir kennen sie, ohne sie wirklich zu sehen. Sie verschmelzen scheinbar mit der Umgebung, entziehen sich der bewussten Wahrnehmung.
Wegkreuze und Bildstöcke sind bereits seit dem Mittelalter im christlichen Raum gebräuchlich. Als traditionelle Volkskunst legen sie Zeugnis ab von großer Frömmigkeit. Wegkreuze können zudem eine besondere persönliche Bedeutung haben oder der reinen Wegmarkierung dienen.
Kreuze bedeuten Tod und Auferstehung. Kreuze am Wegesrand laden uns Christen ein, im Alltag innezuhalten, über unser Leben und unser Scheitern zu reflektieren, uns auf Gott einzulassen. So verstanden, können Wegkreuze für uns zu Ruhepolen werden, spirituelle Tankstellen in einer schnelllebigen Zeit.
Wir haben für Sie 14 öffentlich zugängliche Wegkreuze und Bildstöcke im Gladbecker Stadtgebiet zusammengestellt und möchten Sie herzlich zu einem Besuch einladen. Fragen und Anregungen bitte an elke.disselbeck-tewes@bistum-essen.de .
Das Holzkreuz erinnert an den Gladbecker Bauernhof Ostrop. Es stand ursprünglich auf städtischem Grund an der Hermannstraße, musste aber von dort in den 1930er Jahren entfernt werden. Familie Sense, verwandt mit Familie Ostrop, ließ das Kreuz daraufhin auf ihr Grundstück am jetzigen Standort versetzen. Der Bildhauer Josef Grasedieck (1922-2013) erneuerte es 1975 .
Der aus Rietberg stammende Bildhauer Johannes Niemeier (1931-2022) entwarf das sieben Meter hohe Kreuz aus Edelstahl. Es trägt einen vergoldeten Korpus aus Bronze mit Strahlenkranz. Dompropst Prälat Ferdinand Schulte Berge (1918-2022) aus Gladbeck segnete das Kreuz am 20. September 1986, dem Namenstag des hl. Lambertus. Die Eucharistische Ehrengarde St. Lamberti finanzierte und errichtete das Kreuz mit Unterstützung anderer Ehrengarden des Bistums Essen. Das Grundstück gehört dem Krankenhaus St. Barbara.
Familie Kukla, die über ein Grundstück am Standort des Kreuzes verfügte, beauftragte den Bildhauer Josef Rikus (1923-1989) mit der Ausführung des Bronzekreuzes. Es blieb eines seiner letzten Werke. Die Aufstellung und Segnung des Kreuzes im Jahr 1989 erlebte der Künstler nicht mehr.
Der Künstler Gottfried Kappen (1906-1981) schuf das Kreuz als Altarkreuz für die 1961 eingeweihte und 2010 profanierte St.-Elisabeth-Kirche in Gladbeck-Ellinghorst. Der Korpus des leidenden Jesus besteht aus schwarzem Polyester. Seit Juni 2020 steht das Kreuz auf dem Katholischen Friedhof in Gladbeck-Mitte.
Das Bronzerelief des hl. Michael (Gedenktag 29. September) hängt an einem Kreuz aus Anröchter Dolomit. Der Erzengel gilt als Schutzpatron der Katholischen Kirche. Das Denkmal entstand im Zuge der Erweiterung des Berglehrlingsheimes durch die Caritas im Jahr 1957. Der Pfarrer von St. Lamberti Ignaz Heiermann (1947-1969) bekleidete zu der Zeit den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Heute befindet sich in dem Haus an der Kirchstraße der Caritasverband Gladbeck-Mitte.
Josef Grasedieck (1922-2013) schuf das fünf Meter hohe Holzkreuz 1993. Der aus Gladbeck-Zweckel stammende Künstler arbeitete in seinem Atelier in Bottrop-Feldhausen an dem Werk. In dem Kreuz befindet sich eine Urkunde, die über Entstehungsgeschichte und Intention des Kreuzes informieren soll. Das Kreuz steht an der Grenze des Stadtteils Gladbeck-Zweckel, auf halbem Weg zwischen den beiden katholischen Kirchen Herz-Jesu in Gladbeck-Zweckel und Christus König in Gladbeck-Schultendorf. Beide Kirchengebäude sind im Kreuzesstamm dargestellt. Das Kreuz entstand aus Anlass des 75-jährigen Pfarrjubiläums von Herz-Jesu. Heinrich Krekeler, der von 1966 bis zu seinem Tod 2002 Pfarrer von Herz-Jesu war, segnete es am 17. Oktober 1993.
Das Holzkreuz ohne Korpus diente von 1983 bis 1986 als Vorläufer des Kreuzes der Eucharistischen Ehrengarde an der Postallee in Gladbeck-Mitte. Es steht heute vor der Hofeinfahrt des ehemaligen Krankenhausgutes Klein-Brabeck. An dieser Stelle befand sich seit dem späten 19. Jahrhundert das sogenannte Surmanns Kreuz, benannt nach dem damaligen Betreiber des Hofes. Der Eigentümer des Gutes, Graf Ferdinand von Wolff-Metternich auf Haus Beck, stiftete das Kreuz um 1880. Der Bildhauer Josef Grasedieck (1922-2013) erneuerte das Kreuz 1978. Aus Angst vor Vandalismus wurde es später näher an den Hof auf Privatgelände umgesetzt.
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts existiert ein Holzkreuz der Familie Niermann an dieser Stelle. Als das Land des Bauernhofes verkauft wurde, ließ sich der letzte Besitzer den Bestand des Kreuzes vertraglich zusichern. 1966 vernichtete ein Sturm das alte Kreuz. Seit 1976 steht ein neues Kreuz an seiner Stelle. Es besteht aus Balken des inzwischen abgerissenen Hofes. Die Inschrift „Niermanns Kreuz“ soll die Erinnerung an ihn bewahren.
1959 stellten Gladbecker Freunde des Pater-Leppich-Kreises den Bildstock an dieser Stelle auf. Er beherbergte eine Figur der Gottesmutter. Durch Vandalismus mehrfach beschädigt, verfiel der Bildstock, bis Johannes Kückelmann und Josef Kuhl ihn um 2010 instandsetzten. In die Nische fügten sie eine metallene Bildplatte der Gottesmutter ein.
Die Steinkohlenbergwerke Mathias Stinnes Aktiengesellschaft überließ der Pfarrei St. Marien 1953 das sechs Quadratmeter große Grundstück zur Errichtung eines Wegekreuzes. Das Kreuz sollte an die große Volksmission in Gladbeck im Oktober 1953 erinnern. Karfreitag 1954 erfolgte die Segnung. Kreuz und Korpus sind aus Eichenholz gefertigt und stehen auf einem mit Klinkern verblendetem Betonunterbau. 1977 wurde das Kreuz saniert und an Palmsonntag, den 19. März, von Pfarrer Josef Möhlen (1952-1987) erneut gesegnet. Es trägt die Inschrift „Mein Jesus, Barmherzigkeit.“
Im Frühjahr 1960 plante die Pfarrei St. Marien die Errichtung eines repräsentativen Glaubensdenkmals an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Der deutsche Bildhauer Josef Rikus (1923-1989), von dem ebenfalls der Tabernakel in der Marienkirche stammt, entwarf das Kreuz mit einer Gesamthöhe von 4,40 Meter. Der Querbalken des Kreuzes mißt 1,40 Meter in der Breite. Rikus fügte die frühere Altarplatte aus der Kirche mit anderen Teilen des Altars zu einem Kreuz zusammen. Auf dem Kreuz brachte Rikus ein Kruxifix aus getriebenem drei Millimeter dickem Kupferblech an. Das Kreuz besteht aus Maisandstein. Der Betonsockel ist mit Weserplatten belegt. Der Essener Weihbischof Julius Angerhausen (1911-1990) segnete das Kreuz an Palmsonntag, dem 10. April 1960. Der untere Teil des Kupferkreuzes wurde im Januar 2026 von Unbekannten abmontiert und entwendet.
Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe ist eine weitverbreitete Mariendarstellung und in jeder katholischen Kirche zu finden. Der Bildstock vor der St.-Marien-Kirche wurde 1981 aufgestellt und gesegnet.
Der Bildstock ist die erste Altarplatte der profanierten St.-Elisabeth-Kirche (1961-2010) aus Stein. Sie wurde 1966 durch einen Altar aus Eichenholz ersetzt, den Gottfried Kappen (1906-1981) zusammen mit einem großen Teil der neuen Innenausstattung der Kirche schuf. Er zeigt die Heilige bei der Verteilung ihrer Gaben. Die Inschrift lautet: „Entledigung von Gold und Silber wie Er von Leib und Brot.“